Alles über Grünen Tee



Inhaltsverzeichnis

 

Grüner Tee – Geschichte

Der Grüntee entspringt aus der Stammpflanze Camellia sinensisDabei bedeutet Sinensis aus dem lateinischen übersetzt „aus China“. Die aus China stammende Teepflanze gehört zu den immergrünen Gewächsen und bislang wurden 500 verschiedene Kultivare gezüchtet mit unterschiedlichen Geschmacksausprägungen. Jede Kultivare enthält eine unterschiedliche Menge an Aminosäuren, Fettsäuren und Polysacchariden usw. und entwickelt somit ihre spezifische Wirkung für die Gesundheit. Aus diesem Grund verwendeten vor mehreren tausend Jahren buddhistische Mönche diese Teepflanze als Medizin. Tibetan tea teapot in the hands of a monk in NepalIm Jahre 780 n. Chr., widmete sich ein chinesischer Dichter namens Lu Yü dem Thema der Teeherstellung. In einem seiner Werke beschrieb er sehr ausführlich und exakt, wie mit den Teeblättern nach der Ernte zu verfahren war, um daraus einen hochwertigen Grünen Tee zu produzieren. Gleichzeitig allerdings läutete Lu Yü damit eine kleine Revolution ein.

Während der Tang-Dynastie war es üblich, dass Grüner Tee in feste Formen gepresst wurde. Meist waren die Ziegel, von denen bei der Zubereitung die benötigten Mengen abgebrochen und einfach in Wasser gelegt wurden. Nun aber wurde der Tee am Ende seines Herstellungsprozesses direkt in Steinmühlen zu einem möglichst feinen Pulver vermahlen. Dieses wurde dann außerdem ab sofort mit kochendem Wasser aufgegossen.

Im gleichen Zeitraum fand der Grüne Tee seinen Weg nach Japan. Mönche auf Pilger- und Meditationsreise hatten ihn in ihrem Gepäck und nutzen ihn auch eifrig, so dass er den Menschen in Japan, die ihnen begegneten, nicht verborgen blieb. So wurde gleichzeitig auch der bis heute erhaltene Grundstock der japanischen Teezeremonie gelegt.

Erst im 16. und 17. Jahrhundert, in der berühmten Ming-Dynastie, wurde Grüner Tee als lose Ware mit ganzen Blättern und zumindest Blattbruchstücken, gehandelt. Dies war auch der Moment, in dem der Tee endlich seinen Weg nach Europa fand.

Es gibt inzwischen drei große Produktionsländer für Grünen Tee: China, Japan und Indien. In Indien allerdings liegt der Schwerpunkt ungebrochen auf Schwarzem Tee. Nur ein geringer Bruchteil von Assam, Darjeeling und auch Nilgiri werden zu Grünem Tee verarbeitet.

Grüner Tee hat zwar seine ursprüngliche Heimat in China, Japan ist aber längst der wichtigste Produzent geworden. Die Teekultur ist sogar so sehr selbst in dem modernen Alltag unserer Zeit verwurzelt, dass in Japan enorme Mengen an Grüntee getrunken werden. So wird kaum etwas aus der japanischen Produktion auf dem Weltmarkt gehandelt. Es gibt sogar einige Spezialitäten, die nur in Japan verkauft werden. Und dennoch müssen die Japaner noch Grünen Tee importieren, um ihren Durst nach diesem Muntermacher zu stillen. Doch auch die Liste der chinesischen Grüntees ist beachtlich und lang.

Geschmacklich gibt es zwischen den chinesischen und japanischen Teesorten ganz klare Unterschiede. Sie liegen in erster Linie in der Produktion begründet. In China ist es üblich, den Tee in Pfannen direkt über dem Feuer zu rösten. Dies führt unweigerlich zu einem leicht rauchigen Aroma, gerne etwas herb, meist aber auch sehr blumig. In Japan dagegen ist es üblich, die Teeblätter zur Verhinderung der Oxidation zu dämpfen. Dies weckt eher die frischen, grasigen Aromen. Der wahre Kenner ist also durchaus in der Lage, am Geruch und am Geschmack eines Grünen Tees das Herkunftsland zu bestimmen. Aber nach welchen Namen im Teeregal Tea gatheringsollte der Interessierte Ausschau halten? Und wie findet man bei diesem großen Angebot den richtigen für sich selbst? Die erste Frage, die zu klären wäre, ist, ob man einen japanischen oder einen chinesischen Tee probieren möchte. Damit wäre bereits ein Teil der persönlichen Vorlieben abgedeckt. Nun ist man bereit, um etwas ins Detail zu gehen. Die chinesischen Produkte tragen meist recht fantasievolle Namen, die meist etwas über das Aussehen oder auch über die Entstehungslegende verraten. Gunpowder, Mao Feng und Chun Mee beziehen sich dabei auf das Äußere des Tees. Bei Gunpowder werden die Teeblätter vorsichtig gerollt, bis sie an Gewehrkugeln erinnern. Dieser Tee schmeckt relativ bitter, ist deswegen eher weniger als „Einsteiger-Tee“ geeignet. Mao Feng, die „haarige Spitze“ zeigt tatsächlich feine Härchen an den Blattspitzen und die Blätter von Chun Mee, der „wertvollen Augenbraue“ sind gebogen, eben wie Augenbrauen. Ersterer schmeckt leicht süßlich. Chun Mee dagegen ist wesentlich kräftiger und ist wegen seines Räucheraromas beliebt.

Lung Ching, manchmal auch Longjing geschrieben, aus der Provinz Zhejiang, bedeutet korrekt übersetzt „Drachenbrunnentee“. Fälschlicher Weise wird er meist einfach nur Drachentee genannt und so könnte man denken, der Name beziehe sich auf die wunderbare jadegrüne Farbe dieses Tees. Tatsächlich allerdings hat der Tee seinen Namen von einer Legende, nach der der erste Strauch dieser Sorte an einem Brunnen wuchs, in dem ein Drachen wohnte. Die Geschmacksrichtung dieser Teesorte überzeugt mit einer angenehmen Würze.

Selbstverständlich kommen auch so Klassiker mit, auch bei uns bekannten Namen, wie Sencha oder Matcha aus der ursprünglichen Heimat des Grünen Tees. Namensgleiche Produkte finden sich aber auch mit japanischer Herkunft. Hier muss also erst genauer nachgefragt oder gelesen werden, um sicher gehen zu können, ob es sich um einen chinesischen oder japanischen Tee handelt.

Zu den bekanntesten japanischen Vertretern zählen zudem Gabusecha und Gyokuru, ein sogenannter Halbschatten- bzw. Schattentee. Hier wird mit Hilfe von Netzten oder Matten zumindest ein Teil der direkten Sonneneinstrahlung auf die Teepflanzen abgefangen. Diese Maßnahmen verändern tatsächlich die Inhaltsstoffe und somit auch Geschmack und Aroma des späteren Tees. Sie habe eine relativ starke Grasnote und enthalten meist auch mehr Koffein.

Genmaicha dagegen ist ein weiterer Beleg für die japanische Teekunst. Diese Sorte wird mit gerösteten Reiskörnern angereichert, die dem Tee eine ganz eigene Note verleihen. Ganz ähnlich in diesem Punkt ist der Jasmintee. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Tee mit Grüntee-Basis. Dieser wird mit Jasminblüten vermischt und aromatisiert.

Wer noch völlig unerfahren ist in Sachen Grüner Tee, oder wer einfach mal etwas anderes als die Teebeutel-Produkte aus dem Supermarkt probieren möchte, dem fällt angesichts dieser scheinbar unendlichen Auswahl die Entscheidung für den „richtigen“ Tee sicher äußerst schwer. In diesem Fall wendet man sich am besten an einen erfahrenen Teehändler, informiert sich im Internet, über geeignete Einsteiger-Tees und kauft zunächst erst einmal nur möglichst kleine Mengen. Idealer Weise greift man auf Probier-Sets oder ähnliches zurück, um möglichst eine breite Vielfalt verkosten zu können. Nur wenn man eine gewisse Bandbreite des Geschmacksrepertoirs von Grünen Teesorten probiert hat, kann man langsam mit wachsender Sicherheit sagen, welche Art von Tees einem schmeckt.




 

Wirkung: Wie wirkt der Grüner Tee auf den Körper?

Vor Tausenden von Jahren, als die Geschichte des Grünen Tees begann, dachte die Menschen mit Sicherheit nicht an Dinge wie Krebsprävention, Radikalfänger, Jungbrunnen, Abnehmhilfe oder ähnliches. Sie merkten einfach, dass der Tee sie bei den stundenlangen, ermüdenden Meditationen wachhielt. Und damit wäre schon klar, was einer der wichtigsten Inhaltstoffe ist: Koffein.

Die bittere Geschmacksrichtung wird meist von Gerbstoffen, den sogenannten Tanninen. Diese schmecken zwar nicht besonders angenehm, haben aber den entscheidenden Vorteil, dass sie einen nervösen unruhigen Magen beruhigen können. Auch auf den Darm haben die Tannine eine besänftigende Wirkung. Bei einem ohnehin schon trägen Darm läuft man deshalb bei zu viel Grünem Tee schnell Gefahr, eine Verstopfung zu bekommen.

Die meisten gesundheitsfördernden Eigenschaften des Grünen TeesCup with green tea and green leaves. werden den sogenannten Catechinen zugeschrieben. Die vier wichtigesten Vertreter dieser Gruppe sind Epicatechin, Epigallocatechin und die jeweiligen Gallate dieser beiden Substanzen. Diese Catechine gehören zur Gruppe der sogenannten Flavone. Es handelt sich dabei um bedeutende sekundäre Pflanzenstoffe, die unserem Körper als Radikalfänger Gutes tun. Sie schützen die Zellen beispielsweise vor dem schädlichen Einfluss von UV-Licht. Diese Catechine tragen aber leider zusätzlich zum bitteren Geschmack des Grünen Tees bei.

Die Geschmacksrichtung der einzelnen Teesorten wird in erster Linie durch Aminosäuren bestimmt. Abhängig von der Art und ihrer Konzentration in den einzelnen Tees, schmecken diese auch unterschiedlich. Durch das Beschatten der Pflanzen in dem Zeitraum vor der Ernte, lassen sich diese Aminosäurengehalte ganz gezielt entsprechend beeinflussen. Immerhin bis zu 6% der Trockenmasse eines Teeblattes können rein aus Aminosäuren bestehen. Als wichtigster Vertreter ist hierbei das Theanin zu nennen. Es als Gegenspieler des Koffeins gesehen, weil es eine beruhigende Wirkung hat. Allerdings wirkt es direkt im Zentralen Nervensystem und verringert dort die Serotonin-Konzentration. Dies bedeutet mit anderen Worten, dass klassische Stress-Symptome reduziert werden. Es hebt also den anregenden Effekt des Koffeins keinesfalls auf, indem es wieder müde macht. Es baut lediglich innere Unruhe und Angespanntheit ab. Bei der Fermentation der Teeblätter wird Theanin überwiegend abgebaut. Folglich sind die Konzentrationen in Grünem Tee wesentlich höher, als in Schwarzem.

Zu guter Letzt hat Grüner Tee noch einen wahren Cocktail an Vitaminen und Mineralien zu bieten. Angefangen von A, wie Vitamin A bis Z, wie Zink, es gibt kaum ein wichtiges Element, das wir für unsere Gesundheit benötigen, das in Grünem Tee nicht enthalten wäre. Unsere Zähne profitieren vom Fluorid, unsere Muskeln vom Magnesium, die Nerven freuen sich über Unterstützung aus der Gruppe der B-Vitamine, die Augen über Carotine und das ist noch längst nicht die vollständige Liste.

Kein Wunder also, dass viele Grüner Tee als eine Art Wunderwaffe gegen Krankheiten oder als Mittel der Wahl für ewige Jugend und Gesundheit sehen. Doch kann ein Aufguss von ein paar getrockneten Blättern diese Erwartungen überhaupt auch nur Ansatzweise erfüllen?

Wie sieht es beispielsweise mit der These aus, Grüner Tee könne beim Abnehmen helfen? Nun, inzwischen gibt es sogar einige wissenschaftliche Studien, die diesen Verdacht, wie so oft, mit einem eindeutigen Nein beantworten. Wer die Hoffnung hat, er können schlemmen was und wie viel er möchte, solange er nur genügend Grüner Tee dazu trinkt, der wird sicher enttäuscht werden. Grüner Tee besitzt nicht die Fähigkeit, Fettzellen buchstäblich dahinschmelzen zu lassen. Allerdings werden durch den Genuss von etwa drei bis vier Tassen Grüner Tee täglich einige Stoffwechselvorgänge derart beeinflusst, dass der Abbau von Speicherfett tatsächlich gefördert wird. Dies heißt mit anderen Worten, dass Grüner Tee ein Abnehmprogramm mit ausgewogener Ernährung und entsprechender Bewegung positiv unterstützen kann. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Andere Studien befassen sich mit der Wirkung von Grünen Tee auf unser Herz-Kreislauf-System. Vor allem in Japan wird schon lange und viel zu diesem Punkt geforscht und inzwischen sind die Ergebnisse unumstritten. Grüner Tee senkt tatsächlich das Risiko von klassischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie beispielsweise Arterienverkalkung oder gar Herzinfarkt. Und selbst wenn es doch einmal zu solch einem medizinischen Problem kommen sollte, war in allen Untersuchungen die Sterblichkeit unter den Grüntee-Trinkern signifikant niedriger, verglichen mit der Kontrollgruppe ohne Grüner Tee.

Was die sich hartnäckig haltenden Vermutungen betrifft, der regelmäßige Konsum von Grünem Tee könne einer Krebserkrankung vorbeugen, wird die Liste der entsprechenden Studien ebenfalls immer länger. Allerdings handelt es sich bei der Entstehung von Krebs nach wie vor um ein sehr komplexes Thema. Es ist nahezu unmöglich, den einen Auslöser für die Entstehung von Krebs zu finden. Vielmehr geht man inzwischen davon aus, dass das Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren dafür verantwortlich ist. Ebenso gibt es wohl auch viele verschiedene Faktoren, die eine solche Erkrankung verhindern können. Es deutet einiges darauf hin, dass Grüner Tee dazu gehört, zweifelsfrei belegen kann dies aber zum heutigen Tag wohl noch niemand.

Stattdessen gibt es auch immer wieder Vermutungen, dass es sogar andersherum sein könnte. Das so bedeutende Theanin steht immer wieder im Verdacht, dass es selbst eine karzinogene Wirkung haben könnte. Zumindest in Versuchen mit Ratten konnten dafür bisher keine Belege gefunden werden.

Andere Studien haben inzwischen belegt, dass das enthaltene Fluorid in Grünem Tee das Risiko von Zahnkaries reduziert. Zudem erhöht sich die Wirksamkeit von Antibiotika ganz eindeutig, wenn die Patienten zusätzlich auch Grünen Tee trinken. Die Wahrscheinlichkeit an Diabetes zu erkranken wird ebenfalls reduziert und selbst auf so schwerwiegende Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose können wohl dadurch günstig beeinflusst werden. Sicher ist es äußerst schwer, solche Dinge mit reinen Fakten streng wissenschaftlich zu belegen, die Hinweise darauf sind jedoch zahlreich und lassen logische Schlüsse zu.

Bei all dem, ist es nicht verwunderlich, dass einem wieder das Schlagwort „Wunderwaffe“ in den Sinn kommt. Dennoch gilt auch hier die Regel „Die Dosis macht das Gift!“. Bei all den Vorteilen, die Grüner Tee uns zu bieten hat, egal, wie eindrucksvoll sie auch sein mögen, übertreiben sollte man es auch hier nicht. Wer über einen längeren Zeitraum zehn Tassen Grünen Tee oder gar mehr trinkt, verwandelt damit schnell die Vor- in Nachteile. In diesem Fall riskiert man nämlich seine Leber und Nieren zu schädigen. Dies könnte dauerhafte Konsequenzen haben, unter denen man noch zu leiden hätte, selbst wenn man den Konsum von Grünem Tee ganz einstellen würde.

 

Grüner Tee – Teezubereitung

Das Prädikat „grün“ verbinden viele bei uns automatisch mit „unreif“. Und häufig ist es auch tatsächlich so gemeint. Grünkern beispielsweise ist Dinkel, der geerntet wurde, ehe er völlig reif war. Davon abgesehen gibt es unzählige Obst- und Gemüsesorten, die zunächst grün sind, ehe sie ihre endgültige Farbe und damit auch erst den angenehmen Geschmack, erhalten. So betrachtet könnte Grüner Tee also ganz einfach Tee sein, dessen Blätter besonders früh geerntet wurden, oder der nach der Ernte möglichst unbehandelt geblieben ist.

Nun, ersteres trifft auf keinen Fall zu, zweiteres entspricht so ebenfalls nicht der Wahrheit. Schwarzer Tee oxidiert. Man kann es auch Fermentieren nennen. Die Blätter liegen bei möglichst hoher Luftfeuchtigkeit, gut belüftet und welken vor sich hin. In diesem Zeitraum laufen in den Blättern zahlreiche Stoffwechselvorgänge ab, die das Aroma entscheidend beeinflussen und verändern.

Genau das ist beim Grünen Tee aber unerwünscht. Die Blätter sollen quasi im Ist-Zustand nach der Ernte Black iron asian teapot with sprigs of mint for teagehalten werden. Zu diesem Zweck werden die Teeblätter nach einem äußerst kurzen Welkprozess erhitzt. Dies kann beispielsweise durch Rösten in einer Pfanne geschehen, oder auch durch das Schwenken in Dampf. Egal wie, entscheidend sind hohe Temperaturen und eine sehr begrenzte Dauer. Schließlich sollen die Blätter ja nicht gekocht werden. Es geht lediglich darum, die entscheidenden Enzyme und Proteine in den Blättern zu deaktivieren. So können die Inhaltsstoffe nicht mehr ab- oder umgebaut werden, die ursprünglichen Konzentrationen bleiben nahezu unverändert.

„Grün“ bedeutet also in diesem Falle durchaus, dass der Tee in einer Form „unbehandelt“ ist. Dies trifft aber lediglich auf die Art und die Mengen der Inhaltsstoffe zu. Keinesfalls sollte man darunter verstehen, dass die Blätter nach der Ernte mehr oder weniger sich selbst überlassen werden.

Inwieweit die Blätter schließlich noch gerollt, gepresst oder gar gemahlen werden, hängt davon ab, um welche Sorte es sich handelt. Die Liste der Teesorten ist lang und sie alle unterscheiden sich in der Tat voneinander, wenn auch teilweise nur in winzigen, aber eben entscheidenden Details.

Inzwischen sollte sich selbst bis zum Gelegenheits-Teetrinker herumgesprochen haben, dass Grüner Tee kein allzu heißes Wasser mag. Wer diese zarten Blätter tatsächlich mit kochendem Wasser übergießt, wird es spätestens beim ersten Schluck bitter bereuen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit dem kochenden Wasser würde man nämlich unnötig viele Bitter- und Gerbstoffe aus den Teeblättern lösen. Im schlimmsten Fall wird der Tee komplett ungenießbar.

Sicher heißt es im üblichen Sprachgebrauch „Ich koche mir einen Tee.“, dies sollte man aber keinesfalls wörtlich nehmen. Vielmehr geht es wirklich um eine Kunst den Tee möglichst schmackhaft zuzubereiten. Es ist viel mehr als „Wasser drauf und fertig“. Jeder Tee enthält von sich aus ein gewisses Potential an Geschmacks- und Aromastoffen. Dabei sollte man durchaus auch im Blickfeld haben, dass einige davon eher unerwünscht sind, eben weil sie beispielsweise sehr bitter schmecken. Es liegt nun an jedem Teeliebhaber mit Hilfe der Wassertemperatur und der Ziehdauer genau das richtige Verhältnis zu finden, um möglichst viele der leckeren Stoffe aus den Blättern zu lösen, die unangenehmen aber soweit es geht dort zu belassen.




Doch mit welchen Mitteln und Tricks erreicht man dieses Ziel vom möglichst aromatischen Tee? Nun zum einen hängt das Endprodukt natürlich grundlegend von der Ausgangsqualität ab. Ein minderwertiger Tee, dessen Blätter keinen guten Reifegrad hatten und die dann vielleicht auch bei der Teeproduktion unter dem ein oder anderen Fehler oder Ungenauigkeit zu leiden hatten, werden niemals ein unvergleichliches Geschmackserlebnis liefern können. Wer also einen Tee von guter Qualität gekauft hat, hat schon mal den ersten Schritt in Richtung Genuss und Aroma getan.

Vor dem Überbrühen empfiehlt es sich, sofern es sich um lose Ware handelt, die Teeblätter zunächst einmal zu waschen. Dies sollte selbstverständlich äußerst sanft und vorsichtig geschehen, hat aber durchaus seinen Sinn. Auf diese Weise werden Staub und feine Schmutzpartikel entfernt, der Tee dankt dies später schon allein mit einer wesentlich klareren Farbe in der Tasse. Aber auch das Aroma profitiert davon.

Die Wassertemperatur sollte beim Aufgießen keinesfalls über 90°C liegen. Genauso wenig aber unter 50°C. Diese doch recht breite Spannbreite von stolzen 40°C legt schon nahe, dass jede Sorte Grüner Tee ihre eigene Optimal-Temperatur hat, bei den meisten liegt diese allerdings so um die 70°C. Diese ideale Temperatur ist selten auf einen exakten Wert beschränkt, sollte jedoch meist auch nicht allzu sehr schwanken. Am besten fragt man gleich beim Kaufen den Teehändler, welche Erfahrungen er macht und was er empfehlen würde. Oder man vergewissert sich, dass entsprechende Hinweise auf der Packung aufgedruckt sind.

Allerdings ist es relativ umständlich und mühselig, das Wasser in einem Topf zu erwärmen und regelmäßig die Temperatur zu messen. Das Kochen in einem Wasserkocher geht zwar schneller und einfacher, allerdings leidet ebenfalls die spätere Teequalität darunter, wenn man Wasser bis zur geeigneten Temperatur wieder abkühlen lässt. Für Tee-Einsteiger, die in Sachen Wassertemperatur noch kein allzu sicheres Händchen haben, empfiehlt sich ein spezieller Wasserkocher, bei dem man die gewünschte Endtemperatur bestimmen kann. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wasserkochern, die sich erst abschalten, wann das Wasser tatsächlich kocht, kann man hier eine beliebige Temperatur vorwählen. Sobald diese erreicht ist, schaltet sich das Gerät ab und man kann sicher sein, dass der Tee bei der tatsächlich idealen Temperatur aufgegossen wird.

Auch die Ziehdauer ist sehr variabel und hängt neben der Sorte in erster Linie von den persönlichen Vorlieben ab. Dennoch gilt es auch hier grundlegendes zu beachten. Zum einen sollte man sich bewusst sein, dass der Tee umso bitterer wird, je länger er zieht. In China ist es beispielsweise üblich, den Tee ganz bewusst überziehen zu lassen. Die Blätter bleiben im Tee, bis dieser leer getrunken ist. So kann jeder Gast mit der Schnelligkeit des Trinkens selbst bestimmen, wie der Tee letzten Endes schmeckt. Zudem verändert der Tee vom ersten bis zum letzten Schluck immer wieder seinen Geschmack. Bei ganz bewusstem Genießen ist dies ein besonderes Erlebnis, kein Schluck ist wie der andere, der Geschmack ist keine Konstante. Dies ist wohl auch ein recht philosophischer Ansatz für Meditationen während des Teetrinkens.

Wenn man seinen Tee mehrmals aufgießt, was man unbedingt tun sollte, ist zu beachten, dass die Ziehdauer immer kürzer werden sollte. Denn egal ob mehrmaliges Aufgießen oder ein einziger langer Ansatz, je länger das Wasser auf die Teeblätter einwirkt, desto stärker werden die Bitterstoffe gelöst. Nach einem einzigen Aufguss, sind meist noch so viele Geschmacks- und Aromastoffe in den Blättern enthalten, dass es reine Verschwendung wäre, den Tee jetzt schon zu verwerfen. Tatsächlich kann er sein gesamtes Repertoire an Genuss-Stoffen erst zeigen, wenn man ihn mehrmals aufgießt. Und dies bietet einen weiteren Vorteil. Während sich bei einem einzigen langen Aufguss sämtliche Geschmacksstoffe quasi überlagern und nur noch von den allerfeinsten Zungen einzeln herausgeschmeckt werden können, liefern die einzelnen Tassen mehrere Aufgüsse diese sozusagen mehr oder weniger getrennt voneinander. Die einzelnen Nuancen und Aromen können so viel eher erkannt werden.

Zudem sind Teekenner überzeugt davon, dass die zweite Tasse von Grünem Tee noch besser schmeckt, als die erste. Es gibt sogar ein altes Sprichwort, das besagt „Die erste Tasse für den Feind, die zweite für den Freund“.

Fazit: Lebt man mit Grüntee lange und gesund?

Es wäre sicher übertrieben, davon auszugehen, mit Grünem Tee hätte man das Patent auf ewig junges und gesundes Leben gefunden. So lange man sich allerdings der Tatsache bewusst ist, dass der Tee alleinegreen tea plantation zwar keine Wunder vollbringen, einen entsprechenden Lebenswandel aber auf jeden Fall positiv unterstützen kann, spricht nichts dagegen, Grünen Tee auch einmal ganz bewusst einzusetzen, um „kleine Sünden“ wieder auszubügeln. Die Vielfalt an Sorten und damit auch an Geschmacksvarianten ist so groß, dass garantiert jeder seinen Lieblingstee in der langen Liste der Grüntees finden kann. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich intensiver mit dem Thema zu befassen. Warum nicht einmal etwas Mut beweisen und eine andere Sorte probieren? Warum sich nicht einmal ganz bewusst etwas Besonderes gönnen und in einen hochwertigen Tee investieren. Selbst, wenn es „nur“ damit endet, dass man sich regelmäßig mit diesem Grünen Tee eine bewusste Auszeit schafft, seinen Gedanken nachhängt und innerlich zur Ruhe kommt, hat man schon davon profitiert. Den Rest erledigt der Tee dann von ganz alleine für uns.